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AKTUELL:

Agility-Seminar mit Harry W. MacNelly in Berlin

Termin: 24.-26.06.2005

Seminargebühr: EUR 80,-- pro teilnehmendem Hund

Ort: Hundeplatz des Pinscher-Schnauzer-Klubs in Berlin-Hohenschönhausen

Infos & Anmeldung: über Daniela Heidrich info@petparadise.de

Telefon: 030 - 847 25 952

 

 

Was ist Agility?

Agility ist eine Sportart für Hund und Mensch, bei dem ein immer anders gestellter Hindernisparcours, ähnlich wie im Pferdesport, fehlerfrei und in schnellstmöglicher Zeit bewältigt werden soll.

Es gibt z.B. Hürden, Tunnel, Kontaktzonenhindernisse oder die Wippe, die allesamt exakt abgearbeitet werden müssen.

Bereits 1978 wurde auf der bekannten Crufts-Ausstellung in England der Grundstein gelegt. In den letzten Jahren gewann der Agility-Sport aufgrund seiner Vielseitigkeit auch hierzulande an Bedeutung. Es kommt auf eine gute Kommunikation zwischen Hund und Halter an, deren Grundlagen Grundgehorsam, Bewegungsfreude und Aufmerksamkeit sind. Diese werden im Verein oder der Hundeschule für Turniere trainiert, die regional bis international (Weltmeisterschaft) ausgetragen werden.

Vorteile liegen bei beiden Parteien: der Hund wird sportlich und geistig gefordert - und damit wird etwas für seine Gesundheit getan. Der Hundebesitzer hingegen beschäftigt sich eingehend mit Besonderheiten seines Tieres und verbessert damit das Miteinander. Über die im Training abverlangte Konzentration und das Zusammensein mit anderen Hunden können gleichzeitig Sozialverhalten und der Bezug zum Hundeführer geschult werden. Ein Hund, mit dem gearbeitet wird, ist im Alltag ausgeglichener. Agility ist entsprechend nicht „nur“ ein Sport, sondern ebenso Mittel zum entspannten Zusammenleben.

Geeignet für diese Sportart sind Hunde aller Rassen und Größen – Hauptsache gesund. Bei manchen Tieren stellt sich nicht die gewünschte Arbeitsfreude ein und man sollte kein Tier dauerhaft verbal über den Platz schleifen müssen - ein Probetraining lohnt sich aber allemal.

Termine, Turniere, Seminare und vieles mehr zu Agility finden Sie hier: www.agility-service.de

Zur Einstimmung gibt es hier einen Bericht zu einem einwöchigen Seminar mit Harry W. MacNelly, der deutschlandweit sehr erfolgreich Trainings anbietet.

Agility-Seminar Juni 2004 in Oberammergau

(erschienen in „Agility-Welt“ 2003/2004)

Vom 02.06. bis 06.06.2003 war es wieder soweit: Agility-Seminar im Hotel Wolf in Oberammergau mit Harry W. Mac Nelly. Das Seminarhotel ist bekannt für seine Seminare rund um den Hund – Clickertraining, Agility oder Plauschwochen. Im Hotel Wolf kann man sich wohl fühlen – die Zimmer haben keine Nummern sondern Hundenamen, die Verköstigung ist lecker und die Umgebung hundefreundlich – keine 50m von Hotel entfernt kann man auf dem Wall an der Ammer spazieren – natürlich unter Verwendung der stets zur Verfügung stehenden Hundehäufchentüten.

Das Training selbst findet – je nach Wetterlage - auf dem Hundeplatz oder der hauseigenen Trainingshalle statt. Sowohl bei starker Hitze als auch bei plötzlichen Regengüssen, sind alle dankbar für die überdachte Alternative.

Der Trainer Harry Mac Nelly ist schon „Stammtrainer“ im Hotel Wolf und gibt mehrmals jährlich einwöchige Kurse für Agility-Begeisterte, deren Hunde die Geräte schon kennen und die ihren Führungsstil verbessern lernen wollen.

Die Inhalte seiner Seminare ist immer ähnlich, werden in jedem Seminar die Schwerpunkte nach den einzelnen Teilnehmern gewichtet.

Wir werden uns anhand des Seminars folgende Punkte genau anschauen:

- Hinter dem Hund wechseln um belgische Wechsel zu ersetzen und führen hinter dem Hund

- Slalomtraining – den Hund im Slalom durch Führtechnik beschleunigen

- Kontaktzonen beherrschen

- richtiges Führen

- unruhige Hunde ruhiger führen

- den richtigen Arbeitsabstand zum Hund lernen

- selbständiges Arbeiten des Hundes durch weniger Kommandos und Handzeichen

- Analysen, warum z.B. Stangen fallen

1. Tag

Der Auftakt ist vielversprechend: das Wetter meint es sehr gut, die Sonne scheint und es ist richtig warm. Es haben sich verschiedene Rassen zusammengefunden, diesmal allesamt aus der Kategorie „Large“ zuzuordnen – auch wenn es doch zum Teil bedeutende Unterschiede in Größe und Körperbau gibt: der mittelgroße Mix Charly zum Beispiel gehört eher zu den kleinen Großen, springt aber ebenso elegant über die Geräte wie Janka die Hovawart-Hündin. Wie unterschiedlich entsprechend der Größe des Hundes auch der Führstil ausfallen muß, dazu kommen wir später, ebenso zu den Unterschieden für die einzelnen Hundeführer.

Zu Beginn des Seminars lässt Mac alle Teilnehmer einen Parcours absolvieren, um den Trainingsstand einzuschätzen und daraufhin sinnvoll Gruppen zusammenzustellen, deren Teilnehmer einen möglichst ähnlichen Trainingsstand haben, damit niemand sich über- oder unterfordert fühlt und die Gruppe als ganzes gut vorwärts kommt. Dabei macht er Notizen und nimmt schon zu Anfang die kleineren oder größeren Probleme der Teilnehmer auf.

Nach dem ersten Durchlauf zeigt sich, daß – obwohl den meisten die Geräte vetraut sind - vor allem bei  den Kontaktzonen große Probleme auftreten und bei allen der Arbeitsabstand zum Hund als auch zu den Geräten nicht stimmt.

Außerdem gibt es Unterschiede des Trainingsstandes und die Probleme der einzelnen Teilnehmer äußern sich recht verschieden.

In diesem Seminar werden daraufhin zwei Gruppen gebildet: Gruppe 1 besteht fast ausschließlich aus A0-Hunden, in Gruppe 2 gehen A1 und A2 – Hunde an den Start.

Die Erwartungen sind weit gestreut und stellen doch hohe Anforderungen an den Trainer: die einen erwarten sich Verbesserung in der Feinabstimmung, wollen optimal führen, bereits gelerntes festigen, die Geschwindigkeit erhöhen, die anderen möchten die Kontaktzonen sauberer arbeiten lernen oder sind ohne konkrete Erwartungen angereist und wollen mit der Verbindung Urlaub und Seminar insgesamt das Zusammenspiel mit dem Hund verbessern.

Im ersten richtigen Trainingsdurchgang des Seminars lautet die Aufgabe Kontaktzonentraining. Anfangs wird deutlich, daß kaum jemand die Kontaktzonen bzw. seinen Hund auf diesen wirklich beherrscht. Also gibt es für jeden folgende Aufgabe: Der Hund wird über das Hindernis bis zur Kontaktzone am Abgang geführt. Hier werden mithilfe eines deutlichen „Steh!“ die Vorderpfoten auf den Boden gestellt, damit der Hund einen festen Stand hat, die Hinterpfoten bleiben auf der Kontaktzone. Dabei muß der Hundeführer darauf achten, daß er den Hund am Ende der Kontaktzone nicht mit seinem Körper seitlich wegdrückt. Der Hundeführer selbst muß eine Schuhsohlenlänge vor der Kontaktzone zum stehen kommen. Dabei wird erzielt, daß der Hund genügend Halt hat und der Hundeführer selbst sich darauf trainiert, auch im Turnier genügend weit an der Kontaktzone mit vorzugehen. Gerade hier nämlich neigen die meisten von uns dazu, bereits in der Mitte des Stegs zu bremsen und den Hund zum stehen bringen zu wollen.

Stehen also Hund und Halter sicher an der Kontaktzone, bekommt der Hund nach einer kurzen Pause eine Belohnung, darauf folgt erneut eine Pause und im Anschluß gibt es ein zweites Lecker. Damit wird verhindert, daß der Hund bereits nach dem ersten Lecker schon wieder „auf dem Sprung“ ist und sich nicht auf den Hundeführer konzentriert. Dabei ist es wichtig, daß die Belohnung mit der Hand gegeben wird, die auf der Seite des Hundes ist, andernfalls nämlich zeigt der Körper bereits wieder eine bestimmte (falsche) Richtung an, und der Hund soll schließlich lernen, in Richtung des Oberkörpers des Hundeführers zu laufen. Hier noch einmal die genaue Abfolge:

Steh - Pause - Lecker - Pause - Lecker - Pause - weiter

Claudia, die aus der Schweiz angereist ist, soll ihrer Golden Retriever Hündin Laika noch etwas helfen und Mac wiederholt den Ablauf – schließlich ist es für das Team nicht einfach, sich plötzlich auf ganz bestimmte Details zu konzentrieren und die Umstellung erfordert etwas Übung.

Bei Groenendahl Cara betont der Trainer, daß beim „Steh!“ eine Pause folgen muß, denn der Hund soll lernen, worauf es ankommt und zielgerichtet seine Belohung erhalten.

Bei Dalmatiner-Mix Buffy zeigt sich, daß sie Probleme an der Wippe hat, laut Hundeführerin „schon immer“. Buffy scheint unsicher und zaghaft und ist dadurch sehr langsam.

Border Collie Taco braucht zwischendurch viel Motivation, er ist ganz sicher begeisterungsfähiger als er zunächst zeigen will. Der Hund soll dafür in eine Erwartungshaltung gebracht werden und jederzeit mit dem Spielzeug rechnen - nach dem einen oder anderen Hindernis gibt es dann die immer erwartete Belohnung. Mac prophezeit: „Du wirst sehen, am Ende der Woche wird dir dein Hund zu schnell...“

Dann geht Luke an den Start, zunächst an der Leine, da er noch ganz am Anfang steht und die Geräte noch nicht wirklich gut kennt.

Die Wippe ist ihm ganz neu, er soll gleich von Anfang an am Ende der Wippe stehen bleiben, um es gleich richtig zu lernen. Die Wand ist ebenfalls Neuland und Luke verweigert Sprünge, lässt sich aber Lecker und Stimme hervorragend motivieren. Wieder ein optimistisches Versprechen des Trainers: „Am Wochenende macht dein Hund alle Geräte!“

Mischling Charly ist schon sicher mit den Geräten und gibt Speed – die Kontaktzonen interessieren ihn dabei weniger. Sein Herrchen Manfred will den Hund einbremsen, rennt ihm aber so schnell nach, daß Charly auf Rufen seines Namens umso schneller wird und prompt in den falschen Tunneleingang läuft. Mac empfielt ihm zu rufen und insbesondere zu warten, bis der Hund zu ihm kommt und nicht laufen, weil er meint er schaffst es nicht mehr ihn einzuholen. Beim zweiten Versuch ruft Manfred einfach „Charly!“ und bleibt stehen – siehe da: Charly ist aufmerksam und wartet...

Am Ende dieser ersten Trainingseinheit gibt Mac wichtige Hinweise: Wichtig ist, nicht mit den Armen rudern, die Körperfront zeigt dem Hund den Weg. Mit dem bloßen Ab- oder Zuwenden des Körpers wird der Hund in eine Richtung gezogen oder gedrückt – ganz nach dem jeweils richtigen Arbeitsabstand für den einzelnen Hund, den der Hundeführer einschätzen lernen muß.

Die Leute sollen versuchen, z.B. nicht „TUNNEL!“ zu schreien, denn der Hund soll und wird das Gerät sehen, wenn ich richtig darauf zulaufe. Im Turnier sieht man es immer wieder, daß Leute schnell noch rufen „Tunnel!“, der Hund dadurch aber abgelenkt und von seinem Weg abgebracht wird und am Tunnel vorbei läuft. Es genügt, jede Richtungsänderung mit dem Namen anzuzeigen.

Sehr wichtig ist die Körpersprache an den Hürden. Anfangs, wenn die Hunde noch nicht selbständig arbeiten und um richtig zu motivieren, soll der Mensch seinen Hund an der Hürde mitnehmen, nicht vorauslaufen oder schicken, sondern den Hund über die Hürde ziehen.

Das heißt, der Hundeführer läuft noch mindestens einen Schritt mit an der Hürde vorbei damit diese auch korrekt übersprungen wird. Ist eine Kombination von Sprüngen nach links oder rechts gestellt, darf der Hundeführer nicht an der Hürde stehen bleiben, an der der Hund einen Richtungswechsel vornehmen soll. Meistens fällt genau dann die Stange, weil der Hund sich während des Sprungs nach seinem Hundeführer orientiert.

2. Tag

Zu Beginn des zweiten Tages wird deutlich, daß es noch ein paar Details gibt, auf die es einzugehen Mac sehr wichtig ist, vermeintliche Kleinigkeiten nämlich, die den Teilnehmern selbst gar nicht auffallen, die aber doch so offensichtlich sind, daß man sich hinterher fragt, wie man sie hat übersehen können und die eine große Bedeutung für das gesamte Training haben können. Ein Beispiel dafür ist die Belohnung in Form von Trockenfutter, die doch für die Teilnehmer so praktisch sind weil handlich und sauber. Spätestens als der erste Hund kauend am Ende der Kontaktzone steht während der Hundeführer schon weiterläuft, fällt auf, daß dies nicht die beste Lösung ist – ganz zu schweigen von den unfreiwilligen Unterbrechungen durch Verschlucken oder verlieren des Leckerlis mit anschließender Suche. Macs Alternative ist folgende: man nehme am Beginn der Übung ein paar Stückchen geschnittenen Käse oder Fleischwurst in den Mund und mache sich auf den Weg – kein kramen und suchen mehr beim Hundeführer und Belohnung ohne weitere Ablenkungen beim Hund!

Die Hunde reagieren sehr stark auf die „Futterkrippe“, also das Lager, wo pausiert wird. Manche sind abgelenkt oder brechen sogar aus dem Parcours aus. Gerade für Anfänger gilt deshalb, als Publikum nicht so nah am Parcour zu sitzen und Bezugspersonen anfangs fern zu halten!

Eine der Trainingsstationen an diesem Tage ist der Slalom. Viele Hunde sind am Eingang nicht sicher und fädeln falsch ein. An Cara, dem Groenendahl zeigt Mac, woran das liegt: Die Hundeführerin soll darauf achten, den Hund weder wegzudrücken, noch ihm davon zu laufen. Exaktes stehen bleiben ist wichtig und zeigt sich beim nächsten Versuch: Cara findet den richtigen Weg, weil die Hundeführerin sich auf den Arbeitsabstand und das Anzeigen des Gerätes konzentriert.

Auch Aussie O`Melly zeigt sofort, wie wichtig die Körpersprache ist: am Steg ist die Kontrolle schwierig und sowie seine Hundeführerin nicht aufpasst, hat sie ihn auch schon mit dem Körper weggedrückt. Bei beiden wird deutlich: richtiges Laufen ist alles, der Hund richtet sich komplett nach der Körpersprache und belegt jeden Fehler mit seiner Reaktion: er läuft so, wie es der Hundeführer anzeigt und macht ihm damit deutlich, daß er einen Fehler gemacht hat. Hier lernt also nicht nur der Hund vom Menschen sondern auch umgekehrt – sofern es einen Trainer gibt, der zwischen beiden „übersetzt“.

Border Yannick beweist dies erneut: seine Teampartnerin Ramona ruft ihn zu Beginn der Übung in einigem Abstand von der Hürde ab – an sich eine gute Methode Zeit zu sparen und mit Power zu starten. Daß Ramona schon beim Abrufen einen Schritt nach vorn macht und ihr Körper dabei eine Richtung einschlägt, die quer zur Hürde verläuft, quittiert Yannick sofort: er läuft direkt an der ersten Hürde vorbei. Macs Hinweis lautet: Die Körpersprache muß deutlicher sein und der Hund soll das nächste Hindernis in Laufrichtung sehen.

Daß jeder Hund selbst am Start seine spezielle Behandlung braucht, sehen wir an Taco, dem Border mit dem noch zaghaften Laufstil : der Trainer empfielt, einen Hund, der viel motiviert werden muß, am Start nicht abzusetzen, sondern mit Action loszulaufen. Unter Beachtung der Ethologie ist die Erklärung einfach: mit dem Befehl zum sitzen wird der Hund untergeordnet und verhält und bewegt sich entsprechend vorsichtig, ein Verhalten daß eben hier genau ins Gegenteil gekehrt werden soll.

Ähnlich verhält es sich mit Janka, hier motiviert der Partner Mensch mit der Stimme und wartet bei Bedarf an den Hindernissen, um den Hund regelrecht mitzuziehen. Selbstverständlich kann es sinnvoll sein, einfach zuzulaufen in der sicheren Annahme, daß der Hund schnell folgen wird. Bei langsameren Hunden ist es aber viel effektiver, kurz auf den Hund zu warten, bis er beispielsweise nach dem Tunnel wieder auf gleicher Höhe ist, um dann mit ihm zusammen die Geschwindigkeit wieder aufzubauen. Die Wirkung hierbei ist oft erstaunlich.

An diesem zweiten Tag sind erste Erfolge sichtbar: Anfänger Luke, der gestern noch angeleint über die ihm unbekannten Hinderniss geführt werden musste, absolviert seine erste Freilaufübung mit vier Hürden und zwei Tunneln mit Bravour.

Am Ende dieser Übungseinheit resümiert Mac und gibt den Teilnehmern Tips mit auf den Weg, die für alle gleichermaßen gelten:

Die Hundeführer sollen bei den Sprüngen darauf achten, daß sie einen erforderlichen Richtungswechsel keinesfalls vornehmen, bevor der Hund die Hürde sicher übersprungen hat, sonst besteht die Gefahr, daß sie den Hund mittels Körpersprachen mitziehen, er dadurch schräg über die Hürde springt und die Stange fällt. Ganz wichtig ist daher, die Geräte richtig und nicht zu früh anzulaufen.

Außerdem wird festgehalten, daß die Kontrolle an den Kontaktzonen gegenüber dem Vortag schon besser funktioniert, die Hundeführer sollen aber gerade deshalb weiterhin besonders gut aufpassen, und nicht leichtsinnig werden, weil es klappt!

Bei Bearded Collie Watson in Gruppe zwei wird heute besonders am Slalom gearbeitet. Zum einen soll seine Besitzerin Vera aufpassen, daß sie dem Hund den Weg in den Slalom vereinfacht, indem sie den Fuß an die zweite Stange stellt. Sie weist Watson damit den Weg in den richtigen Eingang und lässt ihm keine Möglichkeit, falsch einzufädeln. Zum zweiten hilft sie ihrem Hund auf Macs Anraten außerordentlich, indem sie über die gesamte Slalomlänge von leicht von rechts nach links springt, um Watson im Takt zu halten und nicht zuletzt auch zu beschleunigen.

Auch in dieser Gruppe soll, wie Shawnee und Gauner zeigen, besonderes Augenmerk darauf gerichtet werden, daß die Geräte gerade angelaufen werden sollen. Kirsten bekommt den Hinweis, sich nicht zu verrenken, was auch gar nicht mehr nötig ist, wenn sie die Geräte klar anläuft.

Auch Gauner braucht klare Zeichen – seine Führerin soll sich früher bemerkbar machen und und klarer stehen, um dem Hund keine Möglichkeit zu geben, fehl zu interpretieren und seinen eigenen Weg zu gehen.

Interessant ist es, wie die Hunde selbst immer wieder auf wichtige Details hinweisen und durch vom Hundeführer provozierte Fehler zeigen, woran noch zu arbeiten gilt.

Charly, der keinen Quatsch machen soll, obwohl ihm der Schalk im Nacken sitzt, bekommt eine weitere Lektion in Sachen Kontaktzone: Der Hundeführer bleibt insgesamt schon ruhiger zurück, aber es fehlt die nötige Kontrolle und Charly springt seitlich ab. Manfred soll deshalb zunächst vor der Wand zu stehen,und den Hund zu sich rufen und gleichzeitig mit Leckerlis kontrollieren. Später kann dann auf die Seite gehen und dem Hund mehr Raum geben.

Border Merlin ist besonders aufgeregt und blitzschnell im Parcours und deshalb schwer zu kontrollieren. Besitzer Heiko schaut immer, wo sein Hund langläuft und versucht entsprechend zu reagieren. Der Trainer weist ihn darauf hin, daß es umgekehrt richtig wäre! Heiko soll ruhiger werden und die Hindernisse fertig laufen, um damit auch den Hund zu beruhigen.  Sein Besitzer soll deshalb Ruhe bewahren und die Aufregung herausnehmen. Merlin baut sich gern vor ihm auf und dreht mächtig auf. Der Hundeführer soll ihn dann energisch ins Platz bringen, warten, bis Merlin sich beruhigt hat und dann ruhig und etwas langsamer ohne Hektik weiterarbeiten.

Wenn ein Hund – wie während dieser Übung Jessie – ein Gerät im Blickfeld hat und der Hundeführer ohne Zeichen zu geben weiterläuft, meint der Hund er wäre richtig und nimmt das Gerät, das er deutlich vor Augen hat, in diesem Falle leider das falsche. Deshalb soll der Hundführer bei jedem Richtungswechsel den Hund kurz mit dem Namen rufen, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und so deutlich anzuzeigen, wo es lang geht.

3. Tag

Daß ein überdeutliches Zeichen jedoch ebenso zu Fehlern führen kann, sieht man an Shawnee: die Führerin zeigt ihm durch ihren Lauf zwar die Richtung an, kommt dem Hund dabei aber so nah, daß sie ihn abdrängt. Wichtig zu merken sind hier folgende Punkte: richtiges Timing, den individuellen Arbeitsabstand des Hundes beachten und nicht zu früh vor einem Gerät die Richtung wechseln. Immer wieder gilt: ruhig führen!

Für Dolph, einen Labrador ist es etwas ganz besonderes, überhaupt wieder trainieren zu können. Nach einem schweren Autounfall, bei dem er sich mehrere komplizierte Brüche am Hinterlauf zuzog, hat er zwei Jahre mit dem Training pausiert, aber man merkt ihm heute nicht mal mehr im Training an, was damals eine Bedrohung für seine gesamte Gehfähigkeit bedeutete. Er fordert seine Besitzerin Pia außerordentlich, indem er auf  jede Bewegung reagiert und jeden zu früh gemachten Schritt straft. „Sobald ich stehen bleibe, dreht er sich um.“ erzählt Pia, die aufpassen muß, daß sie deshalb nicht über ihren Hund stolpert. Aus diesem Grund hat sie es besonders schwer, hinter ihrem Hund zu wechseln.

Hinter dem Hund zu wechseln ist eine Übungseinheit, auf die speziell eingegangen wird, weil dem Hund hiermit bei einem engen Richtungswechsel problemlos die neue Richtung angezeigt und damit für den Hundeführer eine Weg- und Zeitersparnis erzielt werden kann. Der Hundeführer sucht dabei den direkten, geradlinigen Weg im Parcour und kann gerade bei schnellen Hunden einen riskanten belgischen Wechsel vermeiden. Diese Übung muß im Besonderen geübt werden, da einige Hunde anfangs irritiert sind und sich im Parcours leicht desorientiert drehen, weil der Hundeführer plötzlich abbiegt. Nach dem Üben stört sich der Hund nicht mehr daran und läuft oder springt zielgerichtet weiter, was für seinen Zweibeiner den Vorteil hat, daß er insgesamt leichter führt und kein Stocken entsteht. Wie Mac scherzhaft bei Manfred mit Charly bemerkt, geht es aber auch ohne: „Gut daß du lange Beine hast, dann kannst du aufholen wenn du dich verlaufen hast“.

Heute, in der Mitte des Seminars wird deutlich, wie sich Verbesserungen deutlich eingestellt haben und man nun mehr und mehr an Feinheiten feilen kann, da die groben Schnitzer fast schon als behoben gelten können.

Anja mit ihrem Border Joe traut sich mittlerweile auch mal, sich von ihrem Hund zu entfernen und merkt, daß man auch ohne Arme sehr gut führen kann.

Auch Nero zeigt, wie gut alles klappt: Welle, Belgier, Kontaktzonen und der Führstil seiner Besitzerin.

Bei Gauner weist Mac zum Beispiel darauf hin, daß seine Besitzerin ihn nicht motivierend in einem kleinen Radius aufdrehen soll, weil der Hund ohnehin aufgeregt genug ist und sich ständig dreht. Dadurch können sich Verweigerungen im Turnier einstellen und er soll deshalb ruhiger geführt und weniger gepuscht werden.

Watson arbeitet weiter am Slalom: Vera soll wie schon am Vortag eine deutliche Körpersprache zeigen und ihn damit rausdrücken bzw. „schieben“. Die Schwierigkeit liegt darin, ihm dabei nicht zu nah zu kommen, da er dazu neigt, vor sie zu gelangen und zu verbellen.

Merlin, der manchmal über das Ziel hinausschießen will, kann ebenfalls gute Erfolge verzeichnen: der Hundeführer beruhigt ihn im Parcours wie empfohlen, um Power herauszunehmen und beispielsweise die Wippe funktioniert wesentlich besser. Wieterhin kommt er im Slalom ein gutes Stück voran: das bisherige Zeigen mit der Hand soll abgebaut werden, um versehentliche Berührungen des Hundes zu vermeiden. Also wieder der Hinweis: Ruhe reinbringen und langsam ohne Hand arbeiten. Heiko belässt die Hände auf dem Rücken und der Slalom klappt auf der Fußseite auf Anhieb und auf der Handseite bereits beim zweiten Versuch. Der wohl wichtigste Nebenaspekt dabei ist: Merlin ist aufmerksamer.

Ein weiteres Detail an der Kontaktzone erklärt Mac an Australian Shepherd Moonie: dieser springt immer wieder seitlich von Kontaktzone ab und zunächst ist unklar warum. Mac macht darauf aufmerksam, daß der Grund dafür der Druck ist, den der Hundeführer mit seiner Körpersprache unbemerkt bei der Korrektur von oben ausübt. Er demonstriert damit Dominanz und der Hund reagiert ganz natürlich mit ausweichen. Ähnliches ist am Slalom zu beobachten: wieder drückt er den Hund mit seinem Körper seitlich weg und damit aus dem Slalom heraus. Hier gibt es eine deutliche Verbesserung, wenn Ralf am Slalom einfach wartet. Nachdem dieser Grund für die Fehler, der auf dem natürlichen Verhaltensrepertoire basiert, offensichtlich ist, kann der Hundeführer künftig damit umgehen, Druck herausnehmen und es Moonie damit leichter machen, selbständig zu arbeiten.

Ganz im Gegensatz zu Charly: Sein Besitzer muß streng kontrollieren, was mittlerweile wirklich gut gelingt und muß dabei lauter werden als andere.

Moonie dagegen reagiert sensibel: als er mal eben Hürde umrennt, weil er nicht schaut, wo er hinläuft, zeigt er Meideverhalten und will die Hürde gleich gar nicht mehr nehmen.

Das Seminar zeigt, wie wichtig die unterschiedliche Arbeit abgestimmt auf den einzelnen Hund ist, um optimale Trainingsergebnisse zu erzielen und die Teilnehmer sind dankbar, daß der Trainer sich auf jeden einstellt.

Auch Janka, die Hovawart-Hündin, die anfangs immer wieder motiviert werden musste, zeigt mehr und mehr Begeisterung: ganze Übungseinheiten läuft sie mittlerweile ohne Zwischenmotivation flüssig durch.

Natürlich läuft nicht immer alles glatt, aber kleine Fehler erhalten die Aufmerksamkeit. Als Luke einmal so richtig über die Wippe scheppert, wird eben nochmals konzentriert die Kontrolle geübt.

Am Ende des Tages macht Mac allen noch einmal deutlich, daß die Kontaktzonen nun sitzen und das unnötige Zeigen mit der Hand immer weniger praktiziert wird, alles in allem: es läuft schon sehr rund und flüssig, aber niemand darf jetzt leichtsinnig werden!

Zudem werden sowohl Zwei- als auch Vierbeiner müde, denn ein einwöchiges Training, noch dazu in sengender Hitze erfordert einiges an Konzentration und Kondition. Deshalb ist ausruhen angesagt, der Nachmittag steht zu freien Verfügung, aber ein Ausflug zum Beispiel nach Neuschwanstein ist erlaubt.

Nebenbei bleibt auch immer noch Raum für Flexibilität. Border Yannik hat sich vertreten und muß leider aussetzen. Dafür bekommt Junghund Emmi die Gelegenheit, ihr erstes Sprungtraining zu absolvieren, nachdem sie vor dem Seminar erst insgesamt vier Stunden Kontaktzonentraining abgelegt hatte. Emmi macht sich gut und läuft einen guten Sprungparcours ohne Leine.

4. Tag

Heute wird das Training einmal ganz anders aufgebaut: es werden zwei Gruppen gebildet, jede läuft eine andere Übungskombination, jeweils ein Teilnehmer jeder Gruppe läuft im Wechsel mit einem der Teilnehmer der anderen Gruppe und nach Abschluß der Übungen wechseln die Teilnehmer ihre Übungsplätze.

Der Sinn dabei ist, daß sich die Teilnehmer mehr konzentrieren müssen, mehr bei den anderen zuschauen, schneller wieder an der Reihe sind und es mehr Abwechslung in der Trainingseinheit gibt, weil die Übungen flüssiger abgewechselt werden. Gezielt setzt Mac diese Neuheit an diesem Morgen ein, denn es herrscht immer noch ein Wetter für Hunde, die Hitze gut vertragen und alle sind merklich müde:

Eine Hündin setzt dank der Vernunft ihrer Besitzerin aus, da sie mit Herzproblemen zu kämpfen hat, Luke interessiert sich heute mehr für die Konkurrenz, O´Melly will nicht mehr springen und Buffy bewegt sich nicht mehr so schnell wie die Tage zuvor.

Nach der langen Pause sind die ersten Läufe auch noch etwas mühsam, die Konzentration lässt nach, alle müssen sich noch etwas einlaufen und die Hunde mitziehen statt ihnen davon zu laufen. Dafür klappen aber die Kontaktzonen bei allen!

Heidi mit Luna lässt sich darauf hinweisen, daß der Arbeitsabstand stimmen muß, damit Hund richtig einfädelt. Sie gibt aber zu: „Eigentlich weiß ich das.“

Mac regt die Teilnehmer zu Bestleistungen an, indem er Kombinationen stellt, die Schnelligkeit und Reaktionsvermögen beim Hundeführer verlangen, lässt aber auch die Hunde (Charly) wenn nötig mal streng zur Ordnung rufen und zur Ruhe bringen.

Da alle Leute noch etwas müde sind, wird zackig in zwei Gruppen trainiert, um immer in Bewegung zu bleiben, die Teilnehmer stellen sich sehr gut darauf ein und bauen selbständig Wechsel ein, um auch den Hund in Bewegung zu halten.

Tag 5

Am letzten Tag des Seminars gibt es am Vormittag noch einmal ein Training, an dem nochmals alles gelernte durchgespielt und an Feinheiten gefeilt wird. Schließlich soll am Nachmittag ein Abschlussturnier stattfinden, und unter realen Bedingungen gezeigt werden, was die Woche jedem einzelnen gebracht hat. Es wird ein ganzer Parcors gestellt, die Zeit genommen und auch die Nervosität ist echt!

Bei den meisten gelingt alles wie geübt sehr gut, und wenn doch einmal ein Patzer zum „Dis“ führt, so kommt man hier in der angenehmen Gruppenatmosphäre gut damit klar und nimmt ein riesiges Stück Motivation für das weitere Training mit.

Mac hat Recht behalten: Luke kann nach dieser einen Woche einen ganzen Parcours laufen, obwohl er zu Seminarbeginn noch nicht alle Geräte beherrschte.

Übrigens gewinnt Janka, der Hovawart, der anfangs mit so vielen Unterbrechungen durch den Parcours motiviert werden musste...

Am Ende wird noch einmal deutlich, was Mac den Teilnehmer zeigen wollte: Agility ist nicht nur ein schöner sondern auch leichter Sport für alle Altersgruppen und alle Rassen – wenn man richtig steht, läuft und die Abstände einhält.

Beim abschließenden Feedback geben die Teilnehmer zum Teil sehr ähnliche Meinungen wieder und sind in dem Punkt einig, daß sie in dieser Woche ein großes Stück weitergekommen sind und sich ihre Erwartungen erfüllt haben.

Einige der Teilnehmer waren bereits zum wiederholten Mal Teilnehmer eines Mac-Nelly-Seminars. Katja, deren Hündin Jessie immerhin schon 9 ½ Jahre alt ist, die aber nicht weniger schnell über die Parcoure sauste, wollte einiges in Erinnerung rufen und festigen und lässt nicht unerwähnt, daß das Seminar auch dem Hund Spaß gemacht hat.

Andere waren aufgrund von Empfehlungen nach Oberammergau gekommen und wollten auf ihr Training zu Hause mit neuen Impulsen aufbauen.

Pia, deren Labrador so lange verletzt war, hatte keine konkreten Erwartungen, ist aber zufrieden mit dem Ergebnis. Sie wird nicht alle Inhalte mit Dolf umsetzen, vielleicht aber mit dem nächsten Hund...

Immer wieder fallen die gleichen Worte, wenn es um merkliche Verbesserungen geht: Kontaktzonensicherheit, bessere Kontrolle, ruhiges Führen, sichere Wechsel. Ralf, dessen Hund Luke ursprünglich die Geräte sicher kennenlernen sollte, hat festgestellt, daß der Hund nicht nur kontrollierbarer und ruhiger geworden ist, sondern im Lauf der Woche auch verträglicher mit anderen Hunden.

Insgesamt wird nicht nur über das fachliche resümiert, sondern auch die angenehmen Begleiterscheinungen wie das freundliche Gruppenklima, die Hotelatmosphäre und der Spaß für Hund und Mensch werden genannt.

Heidi, deren Ziel es war, die Feinabstimmung mit ihrer Luna zu optimieren, findet, daß Luna nach dieser Seminarwoche schneller und besser reagiert und überhaupt waren „Wetter gut, Leute nett und Mac wie immer gut drauf.“

Kurz: die Kontaktzonen haben ihren Schrecken verloren, die Hunde und ihre Besitzer sind sicherer mit den Geräten, ruhiger aber schneller in der Führung, vertrauensvoller mit ihren Hunden und – ganz nach Geschmack eines zufriedenen Trainers – wechselfreudiger geworden.

(aus „Agility-Welt“ 2003/2004)

 

 

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